Katholische Seelsorgeeinheit Weissacher Tal

Bericht vom Besuchstag am Sonntag, 29. Juli 2007
Etwas skeptisch waren wir ja schon: 6000 junge Menschen beim gemeinsamen Zelten, um den hundertsten Geburtstag der Pfadfinderbewegung zu feiern - da war das Chaos doch vorprogrammiert! Und so machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Bruchsal, um uns selbst ein Bild von der Lage zu machen. Dass zur Skepsis aber überhaupt kein Anlass besteht, davon konnten wir uns an diesem Besuchersonntag selbst überzeugen: Das Zeltlager ist hervorragend organisiert!

 

So stand pünktlich um 9.50 Uhr am Bahnhof in Bruchsal der Shuttle-Bus bereit, um uns zum Zeltlager auf dem Eichelberg zu transportieren. Und mit Hilfe des Lageplans fanden wir tatsächlich nahezu auf Anhieb den Abschnitt im Unterlager "Biber", auf dem unser Stamm aus Allmersbach seine Zelte aufgeschlagen hatte.
Eine etwas müde Pfadfinderinnen-Schar begrüßte uns dort, und gemeinsam zogen wir los, um das reichhaltige Angebot für die Besucherinnen und Besucher zu erkunden.

 

Jede Menge Informationen zur Geschichte der Pfadfinderbewegung waren in den Zelten der verschiedenen Verbände zu bekommen, es gab Mitmach-Aktionen wie z.B. das Bedrucken einer Endlos-Stoffbahn mit Handabdrücken für einen guten Zweck (natürlich! Wir sind ja bei Pfadfinders...;) - hier das Missio-Projekt "Schutzengel" zur Aidsbekämpfung - oder das Trommelzelt, in dem es naturgemäß etwas lauter zuging.

 

 

Aber auch für die Verpflegung der rund 10000 erwarteten Besucher war bestens gesorgt: Rund um den zentralen Platz des riesigen Militärgeländes waren Café-Zelte aufgebaut, in denen es neben diversen kalten und heißen Getränken wahlweise Würstchen oder Schweinenacken im Brötchen direkt auf die Hand gab; so wurde eine unnötige Flut von Geschirr-Abfall vermieden. War ein Essensbehälter leer, wurde per Funkgerät von der Zentralküche sofort ein neuer angefordert - eine logistische Meisterleistung: durch die dezentrale Organisation wurden lange Schlangen vermieden, und man hatte durchaus nicht das Gefühl von "Massenabfertigung"!

 

Selbstverständlich war die Verpflegung hauptsächlich für die Besucher gedacht, unsere Pfadis müssen sich auf dem Lager stammesweise selbst versorgen! Und auch hier bot sich Anlass zum Staunen: gibt es doch tatsächlich auf dem Gelände ein eigenes Supermarkt-Zelt, in dem jeden Tag frisch die Zutaten für den Speiseplan eingekauft werden können, und betrachtete man die Größe der Dosen oder der Nudelverpackungen, wähnte man sich in einem Laden von Gullivers Land der Riesen. Imposant auch der riesige Truck vor dem Zelt, der bis unters Dach mit Wasserflaschen gefüllt war. Zum Geschirrspülen haben die Allmersbacher Pfadis übrigens ein geniales Waschbecken konstruiert - mitsamt dem wohl wichtigsten Accessoire: einem Schminkspiegel!!!

 

 

 

Leider hatte sich mittlerweile zum von Beginn an stürmischen Wind ein satter Regenguss dazugesellt, unser Besuch wurde so langsam etwas ungemütlich: und so verabschiedeten wir uns reichlich durchnässt, aber schwer beeindruckt von unserer Pfadfinderinnentruppe, um uns auf den Heimweg zu machen, nicht ohne vorher noch einen Abstecher zum sehenswerten Bruchsaler Schloss mit seinem Musikautomaten-Museum zu machen.
Gut, dass wir so früh dran gewesen waren: auf dem Rückweg zum Shuttle-Bus kam uns ein riesiger Strom von neuen Besuchern entgegen - die meisten hatten wohl den Nachmittag für ihren Besuch eingeplant, auch um den Gottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst mitzuerleben. Diesen haben wir leider verpasst, aber auch so ging für uns ein erlebnisreicher Besuchstag in Bruchsal zu Ende, und wir wünschen unseren Allmersbacher Pfadis weiterhin "Gut Pfad!"

 

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