Katholische Seelsorgeeinheit Weissacher Tal

Der Polizeibericht vor zwei Wochen (Mitteilungsblatt Nr.38) hat viele Gemeindemitglieder, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger entsetzt und empört: Unbekannte „haben die Marienfigur aus der Nische genommen brachial auf den Boden der Grotte geworfen, so dass sie vollständig in unzählige Teile zerbrach. Eine Wiederherstellung der Original-Figur wird wohl nicht mehr möglich sein“. Als Tatzeitraum konnte seither die Nacht von Sonntag, 12. September, auf Montag, 13. September eingegrenzt werden. Wanderer fanden die zerbrochene Figur am Montagvormittag. Glück im Unglück: Die Figur der Bernadette – rechts neben der Marienstatue – war nicht vor Ort, sie wurde zu diesem Zeitpunkt gereinigt und überarbeitet.

Gut 115 Jahre hat die Figurengruppe mehr oder weniger unbeschadet überstanden. In der Amtszeit von Pfarrer Josef Manz – er war 1893 bis 1897 Seelsorger der Pfarrei Ebersberg – wurde die Lourdesgrotte an der Ostseite der Burganlage gebaut und mit Figuren ausgestattet. 1929 unter Vikar Leichtle wurde die Anlage renoviert und vergrößert, ein Andachtsraum unter freiem Himmel wurde vom ehemaligen Burggraben abgetrennt. Dieser Bereich war im Laufe der Jahrzehnte stark erodiert, die notwendigen Sanierungsarbeiten wurden vor zwei Jahren von der Abteilung Heimatpflege des Bürgervereins mit viel Engagement und hohem Spendeneinsatz durchgeführt. Der Zahn der Zeit hatte immer wieder auch an der Figurengruppe genagt. Schäden im Stuckaturgips mussten ausgebessert werden, die ursprüngliche Farbfassung war längst übermalt. Die Originalfigur ist jetzt wohl für immer verloren, der kunsthistorische Schaden kann derzeit noch gar nicht beziffert werden.

Viel schwerer aber wiegt der Verlust eines religiösen Wertes. Bereits Vikar Leichtle berichtete in der Pfarrchronik aus seiner Amtszeit 1929 bis 1931: „Oft hielten wir im Sommer unsere Abendandachten und zogen dann nachher singend in die Kirche. Sonst aber sangen die Leute auf jeden Fall nach der Andacht zum Abschied noch ein Lied vor der Immakulata.“ Auch nach dem Umzug der Kirche 1961 kamen viele Gemeindemitglieder regelmäßig zur Grotte, sie haben der Gottesmutter ihre Anliegen anvertraut, mit ihr alle Herzenslast vor Jesus Christus gebracht. 115 Jahre lang war die Lourdesgrotte Ort der Ruhe und der Besinnung – für die Ortsbewohner wie für auswärtige Besucher. Jetzt ist die Nische leer.

Wie es mit der Figurengruppe unserer Lourdesgrotte weitergeht, muss in den nächsten Wochen geklärt werden: Kann die historische Marienfigur rekonstruiert und neu gegossen werden? Müssen Ersatzfiguren aufgestellt werden? Welche Sicherungsmaßnahmen sind notwendig … ? Was auch immer im Kirchengemeinderat entschieden wird – es ist mit erheblichen Kosten verbunden. Deshalb bitten wir schon jetzt um Ihre finanzielle Unterstützung.
Für mögliche Spenden hier unsere Bankverbindungen:
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