Am letzten Sonntag vor Beginn der Fastenzeit fand im Gemeindezentrum in Unterweissach ein Gottesdienst statt, bei dem man mit der närrischen Frage konfrontiert wurde, wieviel Hände man üblicherweise hat. Jeder, der sie spontan mit zwei beantworten wollte, war noch nie auf dem Planeten Galabrazolus. Dessen Bewohner haben nämlich derer drei, und selbstverständlich genauso viele Augen. Umgekehrt wissen diese Außerirdischen Unglaubliches von den Erdbewohnern zu berichten; diesen soll nämlich das dritte Auge fehlen. Das erfuhr auch Gobo, ein galabrazulesischer Junge mit blaugrüner Hautfarbe. Daraufhin wünschte er sich nichts sehnlicher als so ein irdisches Monsterwesen zu fangen, um es daheim in einem Käfig als exotisches Haustier zu halten. Als er zu seinem 200sten Geburtstag ein Raumschiff geschenkt bekam, konnte er sich mit dessen Hilfe endlich diesen Traum erfüllen. Dieser endete jedoch anders als er sich dachte und man befürchten musste.

In dieser Geschichte, welche die Kinderbuchautorin Cornelia Funke unter dem Titel: „Das Monster vom blauen Planeten“ veröffentlicht hat, geht es um Toleranz und den Abbau von Berührungsängsten. Das Kirchenmäuseteam hat die Erzählung bei ihrem Faschingsgottesdienst phantasievoll in Szene gesetzt. Der Saal war mit Himmelskörpern und Raumschiffen futuristisch dekoriert, den Teilnehmern gewährte man sogar Einblick in ein geräumiges Cockpit. Darin standen auf einem silbernen Podest ein Drahtkäfig und ein Gerät zum Einfangen von Menschen, das so ähnlich wie ein Staubsauger aussah. Den Kontrast zu der technischen Anlage bildete eine bunte Blumenwiese, auf der ein Mädchen vergnügt faulenzte, bevor es von Gobo gekidnappt wurde.

Die vielen kleinen Besucher, die mit ihren Eltern der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt waren, hatten sich passend kostümiert und mit glitzernden Sternen geschmückt. Ein Highlight war die Rückkehr der beiden Maskottchen Leo und Lisa von einem Ausflug in den Weltraum. Mit ihrem kleinen Raumschiff, das wie ein UFO aussah, landeten sie zentimetergenau auf ihrem angestammten Platz unter ihrem Kreuz. Dieses erinnerte bei allen Turbulenzen stets daran, dass es sich um einen Gottesdienst handelte, bei dem gemeinsam gesungen und gebetet wurde, und der mit einem Segen seinen Abschluss fand.

Anders als in den Jahren zuvor, bekamen die kleinen Gäste danach keine Fastnachtsküchle gereicht. Statt ihrer gab es Schokoriegel als Astronautennahrung.

Werner Menzl