Katholische Seelsorgeeinheit Weissacher Tal

Weihnachten 2019 

Liebe Freunde unserer Mission,

in wenigen Tagen feiern wir Christen wieder Weihnachten, die Geburt unseres Erlösers. Zu Weihnachten steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Lebens. Der moderne Mensch sucht Erlösung aus gescheiterten Träumen, aus Enttäuschung und aus Ängsten. Erlösung heißt auch für uns: Ihre Liebesgaben bedeuten für unsere Armen Erlösung und Hoffnung, die wie Sterne über unserem unerlösten Dasein leuchten. Zusammen mit Ihnen versuchten wir in den vergangenen Monaten Wege des Friedens und der Hoffnung bei uns in Campo Alegre und Pilao Arcado zu gehen. Wenn wir danach trachten, den Weg des Friedens mutig zu beschreiten, wird in einer stillen Stunde der tiefere Sinn von Weihnachten uns sicherlich berühren.

Ich, P. Bernhard, möchte Ihnen in großer Dankbarkeit ein paar Streiflichter aus Campo Alegre übermitteln. Seit der letzten Wahl heißt unser Ministerpräsident Bolsonaro. Schon vor der Wahl hat er seine Verachtung für die Armen bekundet. Er vertritt ein verheerendes Menschenbild. Durch die Reformen des Präsidenten haben sich die Lebensbedingungen unserer Armen verschlechtert. Lebensmittel und vieles andere ist teuer geworden, die Arbeitslosigkeit ist groß. In dieser Situation konnten wir mit unserer Saatgutaktion helfen die Not zu lindern obwohl die letzte Regenzeit schwach war.

Unser Hüttenprojekt ist weiterhin ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität. Jussivaldo de Assis Leal ist arbeitslos, hat 5 Kinder im Ater von 9 Monaten bis 10 Jahren und hat keine Hütte für seine Familie. Die Gemeinde im Stadtrandviertel Pedro Alcantara versprach ihm zu helfen. Und jetzt bauen Maurer, Hilfsarbeiter freiwillig und kostenlos in Gemeinschaftsarbeit die Hütte, Familien aus der Gemeinde besorgen das für den Bau notwendige Wasser und helfen mit Lebensmitteln und mit ihrer Arbeit um das Mittagessen für Maurer und Hilfsarbeiter zu kochen. Der Bürgermeister besorgte den Sand. Wir in der Pfarrei helfen mit Ihren Gaben aus Deutschland das Baumaterial zu kaufen. Die Solidarität schafft Gemeinsachft, Hoffnung und Freude für die Familie von Jussivaldo und für die Gemeinde.

Ein weiteres Problem ist der Landraub. Bisher hat sich niemand für das Land um Campo Alegre und Pilao Arcado interessiert. Es galt als unfruchtbar und zu nichts nütze. Aber nun entdeckte man reiche und wertvolle Bodenschätze und das Land wurde plötzlich wertvoll. Die Regierung gab 82% des Lands von Campo Alegre de Lourdes frei für die Erfoschung von Bodenschätzen.

In Angico dos Dias am Ende von unserer Pfarrei wird seit einigen Jahren Phosphat abgebaut und das Land wurde dadurch aufgewertet. Landräuber stellten gefälschte Urkunden aus, in denen sie als Besitzer des Landes von 8 Gemeinden und einem Teil von Angico dos Dias erklärt wurden und legten diese Urkunden dem Richter in Remanso vor, der für die Rechtsprechung in unserem Landkreis zuständig ist. Der Richter erkannte sie als rechtmäßige Besitzer des Landes an und verbot deshalb den dort ansässigen Landarbeitern ihre eigenen Felder zu bebauen. Als sich die Landarbeiter mit Hilfe der CPT (Kommission der Landseelsorge) unserer Diözese organisierten und dabei auch von unserer Pfarrei unterstützt wurden, erhielten sie Drohungen und in der Nacht wurden auf der Straße von Agico dos Dias von den Landräubern Revolverschüsse abgefeuert, um die Landarbeiter einzuschüchtern. Mit der Unterstützung der CPT konnten die Landarbeiter Berufung einlegen und wurden nach dem Prozess in der zweiten Instanz in Salvador offiziell als Besitzer ihres Landes erklärt.

Seit wenigen Wochen sind im Gebiet von Angico dos Dias erneute und noch größere Landkonflikte mit anderen Landräubern ausgebrochen. Es gab erneut Drohungen und sie legten Feuer in den trockenen Busch. Erst nach tage- und nächtelangem Kampf gegen das Feuer konnten die Landarbeiter den Brand löschen und ihre Felder retten.

Wir müssen als Kirche unseren Beitrag leisten. Damit Recht Recht bleibt und unsere Armen unterstützt werden. Ihr Land ist ihr Leben.

Nun übergebe ich das Wort an P. Wilhelm

P. Bernhard hat in den vorausgehenden Zeilen unsere heikle Situation geschildert. Mit dem neuen Präsidenten ist unser Land weit nach rechts gerutscht. Bolsonaro spaltet unsere Gesellschaft. Wir alle kennen die Losung „America first“, übersetzt in unsere Situation: die Großgrundbesitzer, die Dollarbarone, die Geldhaie, diese müssen durch die Landespolitik gefördert werden. Die Armen und Zukurzgekommenen sind Abschaum. Sie müssten eigentlich entsorgt werden. Die vorherige Lula-Regierung hat sich um die Armen Sorgen gemacht. Sie brachte Verbesserungen für die Armen in der Krankenversorgung, in der Altersversorgung und Unterstützung bei Arbeitslosigkeit. Jedoch die Regierung fährt diese Errungenschaften wieder zurück. Folge: das arme Volk hat kein Geld. Die Familien können oft nicht für ihre Lebensunterhalt aufkommen. Im Städtchen müssen viele Geschäfte schließen, die Auslagen sind leer. Die Wirtschaft stagniert besonders auf dem Land. Wie eine schwarze Wolke liegt die Angst über unserem Land. Medikamente und Lebensmittel sind unbezahlbar geworden. Kein Wunder, dass unsere Krankenstation von der Bevölkerung start frequentiert wird. Unsere Naturheilmittel müssen die teuren Medikamente teilweise ersetzen. Aber unsere Therapie mit Naturheilmittel hat ihre Grenzen. Täglich besuchen ca. 20 Patienten unsere Krankenstation. Mit Ihren guten Gaben können wir helfen und manche Ängste abbauen. Gefragt ist auch unsere Schule Sto Antonio, die zur Zeit 500 Schüler hat. Für das nächste Schuljahr haben wir über 100 Anfragen. In diesen schwierigen Zeiten besinnen sich unsere Armen intensiv auf ihren Glauben, der ihnen Halt und Orientierung gibt. Wir bieten in unseren Gemeinden Bibelkurse an. Bei ihren Zusammenkünften entdecken sie: Jesus ist mit den geschundenen und verachteten Volk unterwegs. In unseren Bibelkreisen öffnen die Armen ihre Herzen und bezeugen mit ihrem Leben: Christ der Retter ist da. So können unsere Armen auch in dunklen Stunen noch fröhlich sein.

So heißt Weihnachten für uns: nach Hause kommen. Nach Hause kommen das ist es, was das Kind in derKrippe allen schenken will, die unterwegs sid, die weinen und ein Zuhause suchen.

Wir möchten allen danken, die bereit waren, mit den Armen zu teilen und ihnen damit menschliche Wärme schenken. Herzliches Vergelt´s Gott! Nun wünschen wir Ihnen ein

frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen im Neuen Jahr

 

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