Liebe Spenderinnen und Spender,
liebe Freunde unserer Missionsarbeit,

das Volk in der Finsternis, dies waren in diesem abgelaufenen Jahr ganz viele Völker; gerade die Völker, gerade die Familien, die stark von der Corona-Pandemie betroffen waren.

Sie, liebe Spenderinnen und Spender, haben dazu beigetragen, dass wir das Leid der Familien im Armenhaus Brasiliens lindern konnten.

Brasilien als Land, das besonders stark von der Pandemie gebeutelt ist. Brasilien als Land, in dem die Corona-Maßnahmen nicht so schnell und konkret ergriffen wurden, wie in Deutschland.

Die Menschen in den Armenvierteln der Orte hat die Ausbreitung von Corona besonders hart getroffen; Wie soll Quarantäne in einer beengten Hütte praktiziert werden, die den vielen Familienmitgliedern vornehmlich als Nachtquartier Platz bietet? Ansonsten spielt sich ja das Leben im Freien ab. Arbeitsausfall und damit fehlende Einkünfte aufgrund von Corona trifft wiederum die Armen hart.

Durch ihre Spende können wir sicherstellen, dass die Armen in Campo Alegre und in Pilao Arcado eine Zukunft haben, in der das Licht scheint.

Kommt ans Licht - Sie haben mitgeholfen die Armen aus der Finsternis herauszurufen. Sie waren für die Armen die Hand Gottes, die aus der Finsternis begleitet.

Hierfür danken wir ihnen ganz herzlich und wünschen Ihnen und Ihren Lieben, dass auch für Sie das Licht, das Jesus in die Welt bringt, an diesem Weihnachtsfest 2020 und im neuen Jahr 2021 leuchtet.


Zu Beginn dieses Weihnachtsbriefes möchten wir einige Stimmen der Familien in Campo Alegre hören.

Francineide, eine Frau aus der Gemeinde Gergelim, erhielt Hilfe für den Bau ihrer Zisterne und dankt:

Liebe Brüder und Schwester aus Deutschland, ich möchte Euch danken für Eure Solidarität und Hilfe für uns Arme in Campo Alegre de Lourdes. Unser Leben ist im Augenblick sehr schwierig. Alles ist sehr teuer geworden, unser täglicher Reis und alle anderen wichtigen Lebensmittel sind so teuer wie noch nie zuvor. Auch das MAterial für den Bau unserer Zistern und Hütten ist unheimlich teuer geworden. Jetzt mit der Regierung unseres Präsidenten Bolsonaro ist für uns Arme alles schwieriger geworden und zu allen Schwierigkeiten kam noch die Pandemie des Coronavirus hinzu. In dieser Situation hätten wir es allein nicht geschafft, unsere Zisterne zu bauen. Aber dank Eurer Hilfe haben wir jetzt unsere Zisterne und damit auch in der Trockenzeit genügend und sauberes Trinkwasser.

Laura aus der Gemeinde Lagoa do Caldeirão, die mit der Hilfe aus Deutschland ihre Zisterne bauen konnte, dankt:

Hallo, liebe Brüder und Schwester, Euch allen Frieden und alles Gute! Ich danke ganz herzlich, Euch allen, unseren Freunden in Deutschland und Pe. Bernardo mit seinem Team.
Die Zisterne ist eine Hilfe für das ganze Leben und ein Mittel, das uns von der Wassernot befreit. Bei den Wahlen brauchen wir nicht mehr unsere Stimmen für Wasser zu verkaufen und sie hilft uns, unsere Würde zu garantieren.
Ich habe mich über die Zisterne gefreut und bin sehr glücklich. Gott segne Euch alle, die Ihr mit Eurer Spende den Bau der Zisternen ermöglicht habt.

Alex aus der Gemeinde Kagoa da Onça dankt:

Ich dank Euch, unseren Freunden in Deutschland, für Eure Hilfe und auch Pe. Bernardo und seinem Pfarrteam. Vielen Dank für Eure Hilfe für den Bau unsere Hütte, in der meine Frau jetzt unser erstes Kind bekommt. Ohne Eure Hilfe hätten wir es nicht geschafft, denn die Situation bei uns ist nicht leicht - alles ist sehr teuer und was wir mit unserer Arbeit verdienen, reicht kaum aus, um genügend Lebensmittel zu kaufen.

Erivânia aus der Gemeinde Lagoa do Caldeirão dankt mit folgenden Worten:

Bei uns ist die Situation sehr schwierig. Es fehlt bereits Wasser und wir haben große Schwierigkeiten unser Essen zu kaufen, weil alles sehr teuer geworden ist. Unsere Regierung ist für uns Arme nicht gut, sie hat uns zu Beginn der Pandemie geholfen, aber jetzt, wo die Lebensmittelpreise drastisch stiegen, wurde die Hilfe schwer gekürzt. Ich habe fünf Kinder. Eine Zisterne oder eine Hütte mit unseren eigenen Mitteln zu bauen ist unmöglich. Wir schafften dies nur dank Eurer Hilfe.
Deshalb sind wir sehr dankbar für die Hilfe aus Deutschland. Wir danken auch unserem Pfarrteam und unseren lieben Pe. Bernardo.

Regiane de Sousa aus der Gemeinde Gergelim dankt mit folgenden Worten:

Ich habe nun dank Eurer Hilfe eine Zisterne. Mein Leben hat sich dadurch sehr verbessert. Ich kann in der Regenzeit das Regenwasser auffangen und in der Trockenzeit Wasser speichern, das mit Tanklastwagen durch ein Hilfsprogramm der Regierung verteilt wird. Dank der Zisterne brauche ich jetzt in der Trockenzeit keine Angst mehr zu haben. Vielen Dank liebe Freunde in Deutschland für Eure Hilfe. Vielen Dank Pe. Bernardo und dem Pfarrteam.


Sicher haben aber auch unsere Missionare viel von diesem Ausnahmejahr zu erzählen.

Pater Bernhard schreibt:

Die Pandemie des Coronavirus hat auch unser Leben sehr verändert. Am 18. März zelebrierte ich zum letzten Mal die Hl. Messe mit dem Volk. Erst seit dem 20. September konnte ich wieder mit den Gläubigen in unserer Pfarrkirche Eucharistie feiern. Allerdings durften auch jetzt wegen der einzuhaltenden Abstandsregeln nur jeweils 59 Gläubige daran teilnehmen. In der Zwischenzeit wurden unsere Sonntagsgottesdienste live über Rundfunk und Facebook übertragen. Überraschend für uns war die große Zahl an Menschen, die wir durch diese Übertragungen zur Glaubensvertiefung erreicht haben.

Inzwischen haben sich in Brasilien bereits 5.140.863 Menschen mit dem Coronavirus (Covid-19) infiziert und es gab 151.747 Todesfälle. Diese Zahlen sind in Wirklichkeit viel höher, weil nur wenig Material zum Testen von Infektionen für das Coronavirus zur Verfügung steht. Unser Präsident Jair Bolsonaro hat öffentlich gegen Corona-Sicherheitsmaßnahmen Stellung genommen und ganz provokativ Massenversammlungen mit seinen Anhängern und Eröffnungsfeiern ohne Masken und ohne Abstand zwischen den Teilnehmern abgehalten. Er nannte bereits im März, als die Pandemie begann, das Coronavirus eine "gripezinha", eine kleine bedeutungslose Grippe. Ende Juli dieses Jahres klagte eine Gruppe von 152 brasilianischen Bischöfen Bolsonaros Politik an und schrieben unter anderem: „Wir müssen den wissenschaftsfeindlichen Diskurs miterleben, der die Tausenden von Toten als etwas Normales erscheinen lassen will, so als ob sie das Ergebnis eines Zufalls seien oder einer göttlichen Strafe.” Und weiterhin heißt es in diesem Brief der Bischöfe: Ebenso gleichtgültig sei die Regierung gegenüber dem daraus folgenden wirtschaftlichen und sozialen Chaos - Ihr gehe es allein um den Machterhalt.

Für unseren Präsidenten ist die Wirtschaft wichtiger als das Leben der Menschen. Deshalb sind Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht wichtig, deshalb kann auch der Regenwald im Amazonasgebiet fast unbegrenzt niedergebrannt werden, um Weideland für die Rinderzucht zu schaffen. Nachdem wegen des Niederbrennens im Amazonasgebiet Druck auf die Regierung ausgeübt wurde und obwohl die Großgrundbesitzer, die den Regenwald zerstören, identifiziert werden können, mussten laut einer Erhebung im August dieses Jahres nur 5,3% der Verantwortlichen für Waldbrände Strafe zahlen.

Am 15. November fanden bei uns Kommunalwahlen statt. Unsere Politiker halten ihre Massenversammlungen meist ohne Masken, ohne Abstand und ohne weitere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus ab. Die Menschen in unseren Gemeinden sehen das Beispiel unseres Präsidenten und unserer Ortspolitiker und leben daher, als ob es das Coronavirus überhaupt nicht gäbe.

Im letzten Weihnachtsrundbrief habe ich Ihnen vom Landraub bei uns im Campo Alegre de Lourdes berichtet. Der Landraub und die Konflikte gehen bei uns weiter.

Ein weiterer Landrüber hat sich mit gefälschten Urkunden 40.000 Hektar Land von 8 Gemeinden in Angico dos Dias und Umgebung angeeignet (vorher hatten sich schon andere Landräber ebenfalls mit gefälschten Papieren als Besitzer für weite Teile des gleichen Landes erklärt), was große Angst, Sorgen und Bestürzung für die Familien in diesen Gemeinden bedeutet, für die ihr Land ihr Leben ist. Er will heuer anfangen das Land abzuholzen und das Holz der Firma Galvani verkaufen, die schon seit Jahren in Angico dos Dias Phosphat abbaut. Wegen des Wassermangels in inserem Gebiet hat sich ein Trockenverfahren zur Granulation des Phosphates entwickelt, für die Öfen verwendet werden, die mit Holz geheizt werden. Von der Behörde für Umweltschutz vom Landkreis Compo Alegre erhielt er keine Erlaubnis. Er sagte, das sei für ihn kein Problem, weil er die Erlaubnis zum Abholzen bereits von den zuständigen Behörden der Regierung in Brasilia bekommen habe.

In den Gemeinden Pitombas und Lagoa do Sal in unserer PPfarrei wollten Firmen ohne Erlaubnis und ohne Dialog mit den Gemeinden mit kleinen Baggern in das Land und in die Felder der Familien eindringen. Beide Gemeinden reagierten und verwehrten ihnen den Zugang.

Vor wenigen Tagen hielten unser Bischof und ich Versammlungen in den gemeinden Angico dos Dias und Lagoa do Sal - wegen der Pandemie nur mit einer begrenzten Zahl von Leuten - um von ihren Sorgen und ihrer Situation zu hören, um mit ihnen als Kirche solidarisch zu sein und ihnen zu helfen.

Im Augenblick sind wir dabei, unsere Porjekte, den Bau von Zisternen, Hütten und Toiletten und unsere Saatgutaktion zu organisieren, die wir wegen der Krise heuer nur mit großer Verspätung beginnen konnten. Wegen der Pandemie fehlte lange Zeit Baumaterial. Wir mussten in verschiedenen Geschäften suchen, um das Material für wenigstens einen Teil der Zisternen zu kaufen. Wir standen unter großem Druck, denn die Zisternen mussten gebaut werden, bevor der erste Regen kommt.

Unsere Armen ernähren sich hauptsächlich von Reis und Bohnen. Diese Grundnarhungsmittel sind nun ganz plötzlich sehr teuer geworden. Der Preis der Bohnen ist im Durchschnitt um 34% gestiegen und der Preis für den täglichen Reis stieg in unserem Bundesstaat Bahia mehr als in anderen Bundesstaaten Brasiliens und wurde um knapp 30% teurer.

Wie die Lebensmittelpreise so massiv angestiegen sind, macht sich unter unseren Armen - aber auch bei Familien aus der unteren Mittelschicht - Angst und Unsicherheit breit, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen soll.
In der Fastenzeit hat die Kirche in Brasilien wegen der Folgen der Pandemie zur Solidarität und konkret zu Lebensmittelaktionen für die armen Familien aufgerufen. Seit der Karwoche organisieren wir in unserer Pfarrei jeden Monat diese Aktion. Mit Ihrer Hilfe aus Deutschland und den Mitteln aus unserer Pfarrei konnten wir vielen armen Familien in dieser großen Not helfen. Einige arme Familien waren überwältigt, als sie ihr Lebensmittelpaket erhielten, und dankten mit Tränen in den Augen dafür, dass wir und Sie in Deutschland an sie und ihre Not gedacht haben.
Einer unserer Helfer brachte ein Lebensmittelpaket in die Hütte einer armen und kinderreichen Familie, in der der Hunger und das durch Krankheiten verursachte Elend sehr groß waren. Er war so bestürzt, dass er gleich spontan aus seiner Tasche ein Geldschein zog und der Familie überreichte und später kommentierte er: „Dass es Armut und Not in Familien bei uns in Campo Alegre de Lourdes gibt, habe ich gewusst, aber dass sie so groß und schlimm sein können, habe ich erst jetzt gesehen.”

In unserem Landkreis gibt es keine Fabrik und nur ganz wenige Arbeitsmöglichkeiten. Unsere Armen leben vor allem vom Ackerbau und von der Kleintierzucht (Ziegen). Jetzt wo die Grundnarhungsmittel plötzlich so teuer geworden sind, ist unsere Saatgutaktion ganz besonders wichtig. Heuer nehmen wieder 2.494 Familien an der Saatgutaktion teil. Wir hoffen, dass die Regenzeit gut ausfällt und eine gute Ernte hilft, die Preise für die Lebensmittel, vor allem für die Hauptnahrungsmittel Reis und bohnen, zu senken und zu normalisieren.


Nun lassen noch Peter Wilhelm zu wort kommen:

Die Fälle von Covid-19 haben auch bei uns in Pilao Arcado zugenommen. Vor allem die Gastarbeiter, die aus Sao Paulo in den Ferien heimkommen, bringen die Krankheit mit. In unseren gemeinden ist ein Großteil der Leute vorsichtig, nutzt Mund- und Nasenschutz und achtet auf Abstand.

Erschreckend ist die Ignoranz unseres Präsidenten, der sich öffentlich gegen alle Vorsichtsmaßnahmen ausspricht und die Leute sogar animiert, die Regeln nicht erst zu nehmen.

Im Nachbarlandkreis Sao Raimundo Nonato, der nicht sehr groß ist, sind die Intensivstationen belegt. Man spricht von mehr als tausend schweren und leichteren Fällen.

Hier in Pilao Arcado haben wir als Pfarrgemeinde einen Brief an das Gesundheitssekretariat geschrieben, in dem wir die Verantwortlichen auffordern, die Lage ernster zu nehmen, die Bevölkerung aufzuklären, öffentliche Stellen usw. zu beobachten, zu warnen und Maßnahmen zu ergreifen. Falls dies nicht fruchtet, sollte die Justiz unterrichtet werden.

Besonders besorgniserregend sind die Jugendkriminalität und die Arbeitslosigkeit. Die Trockenheit und die Pandemie fördern die Armut und verhindern, dass die Jugend Arbeit bekommt.

In unserer Schule Sto. Antonio kommen wir bis jetzt noch zurecht, aber die zunehmenden Krankheitsfälle können in Zukunft unseren Schulbetrieb behindern. Den Unterricht online durchzuführen, ist keine Lösung und wir hoffen, dass sich das wieder normalisieren wird.

Wie Pater Bernhard schon geschildert hat, sind die Preise für Grundnahrungsmittel in unserer gegend startk in die Höhe geschnellt; Reis und Bohnen sind zwischen 27% und 30%, Milch ca. 25% teurer geworden.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen in Brasilien, die unter der Armutsgrenze leben, auf 10 Millionen angestiegen. Die Korruption nimmt immer mehr zu. Wir wünschen Ihnen in Deutschland ein

Mit persönlichem Gruß, in Dankbarkeit verbunden, ihr

 

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